Übergewicht

Übergewichtigkeit ist an sich keine Erkrankung, kann aber zu Folgeerkrankungen führen oder andere Erkrankungen begünstigen. Als krankhaft wird Übergewicht erst dann bezeichnet, wenn der Zustand einer Adipositas eintritt, also einer abnormen Fettleibigkeit. Doch auch Menschen, die stark übergewichtig sind, ohne an einer Adipositas erkrankt zu sein, erleben überflüssige Pfunde als Schönheitsmakel oder als körperliche Belastung und ringen häufig in jahrelangen Diäten darum, ihr Idealgewicht zu erreichen. Dadurch geraten viele Betroffene in einen Teufelskreis aus Diät und erneuter Gewichtszunahme, der auch als Jojo-Effekt bekannt ist. Dieser wirkt sich sowohl körperlich als auch psychisch besonders negativ aus. Zudem wird das Risiko, zusätzlich an einer Essstörung zu erkranken – wie etwa an Bulimie oder an Magersucht – deutlich erhöht.

Vor jedem Versuch der Gewichtsreduktion sollten Übergewichtige daher mit einem Arzt oder Lebensberater klären, welche Form von Gewichtsstörung vorliegt und durch welche Maßnahmen ein befriedigender Zustand erreicht werden kann. Handelt es sich lediglich um einige Körperpfunde zu viel, so reicht es in der Regel, einige Umstellungen in der eigenen Ernährung vorzunehmen und zusätzlich etwas Sport zu treiben. Daneben sollten leicht Übergewichtige sich verdeutlichen, dass es kein einheitliches Schönheitsideal gibt. Ein krankhafter Schlankheitswahn kann ebenso zu Schädigungen führen wie die unkontrollierte Nahrungszufuhr. Zudem ist der menschliche Körper nicht grenzenlos formbar. Ebenso wie wir eine bestimmte Körpergröße erreichen, weil dies genetisch vorgegeben ist, wird auch das Gewicht teilweise durch Veranlagung geprägt.

Bei stärkerem Übergewicht kann eine Diät kurzfristig Erfolge erzielen. In der Regel verzichtet der Betroffene dann auf bestimmte Nahrungsmittel oder schränkt die Kalorienzufuhr stark ein. Dabei ist zu beachten, dass es zu keiner Mangelernährung kommt. Gerade während einer Diät ist also auf Ausgewogenheit der Nahrungsmittel zu achten. Ergänzende synthetische Stoffe – also zum Beispiel Mineralien oder Vitamine in Tabletten- oder Pulverform – ersetzen nicht die Zufuhr der erforderlichen Stoffe im Rahmen des täglichen Ernährungsplans. Die Diät kann helfen, kurzfristig Pfunde zu verlieren, sie trägt aber nicht dazu bei, das Wunschgewicht langfristig zu halten. Im Gegenteil bewirkt sie oft, dass der Körper sich an die verminderte Kalorienzufuhr gewöhnt und auf eine normale Ernährung mit Gewichtszunahme reagiert. Daher sollten Menschen, die an stärkerem Übergewicht leiden, eher auf langfristige Strategien der Nahrungsumstellung setzen, auch wenn die Gewichtsabnahme dann weniger schnell erfolgt. Da stark Übergewichtige zudem Essen oft als Ersatzhandlung gebrauchen, sollte auch ein mentales Training erfolgen. Gemeinsam mit einem psychologischen Berater können die seelischen Motive des übermäßigen Essens abgeklärt und reflektiert werden.

Bei der dritten Form von Übergewicht, der Fettleibigkeit beziehungsweise Adipositas, ist eine therapeutische Intervention zwingend erforderlich. Diese sollte möglichst früh erfolgen, um speziell Kindern und jungen Erwachsenen die Leiden und Folgeerkrankungen, die durch Adipositas auftreten, zu ersparen. Ein häufiger Grund, weshalb an Adipositas Erkrankte keine Hilfe in Anspruch nehmen, besteht darin, dass sie sich für ihre körperliche Erscheinungsform schämen. So sind Erkrankte oft auch falschen Anschuldigungen ausgesetzt, da man annimmt, sie seien einfach disziplinlos und würden sich ausschließlich mit Essen beschäftigen. Professionelle Helfer hingegen wissen, dass es sich keineswegs so verhält. An Adipositas Erkrankte sollten sich also auf keinen Fall scheuen, in einer professionellen Lebensberatung über ihre Problematik zu sprechen und nach Lösungsmöglichkeiten zu suchen.

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