Psychotherapie

Unter dem Begriff Psychotherapie werden ganz unterschiedliche Arten der Behandlung psychischer Leiden zusammengefasst. Führt ein bestimmtes Verhalten dazu, dass ein hoher Leidensdruck entsteht, können Methoden aus der Verhaltenstherapie genutzt werden, um eine Änderung herbeizuführen. Gesprächstherapie und Psychoanalyse legen den Schwerpunkt darauf, sich bestimmter Erinnerungen, Gefühle und Gedanken bewusst zu werden, die das gegenwärtige Erleben beeinflussen. Psychotherapien werden von Psychologen, Psychotherapeuten und – bei entsprechender Zusatzausbildung – auch von Heilpraktikern angeboten.

Es ist der hohe Leidensdruck, der einen Menschen dazu führt, dieses Angebot anzunehmen. Allgemein lässt sich feststellen, dass die Zahl derer, die über einen kürzeren oder längeren Zeitraum psychologischen Rat benötigen, zunimmt. Die Hilfestellung kann in Form einer Psychotherapie erfolgen, es können aber auch Personen aufgesucht werden, die beispielsweise in der Seelsorge oder in der Lebensberatung tätig sind. Gerade die Lebensberatung eignet sich besonders, wenn Probleme oder Schwierigkeiten auftreten, die zu keinen tieferen psychischen Störungen führen, die der Einzelne aber allein nicht mehr bewältigen kann.

Situationen, in denen eine Psychotherapie helfen kann, gibt es viele. Da ist die bittere Enttäuschung über einen Partner, die noch dazu in die Isolation führt. Oder die ständige Überforderung am Arbeitsplatz, der Stress, der über kurz oder lang in ein Burn-out-Syndrom überzugehen droht. Da sind diese unbestimmten Gefühle der Niedergeschlagenheit, depressive Verstimmungen, die ohne ersichtlichen Grund immer wieder auftreten. Und da sind Menschen, die ihr eigenes Verhalten nicht mehr zu steuern wissen. Die von ständigen Panikattacken betroffen sind, die sie daran hindern, aktiv am Leben teilzuhaben. Oder die sich eingestehen müssen, dass ihr Verhalten bereits den Charakter einer Sucht angenommen hat – nach Alkohol, Drogen, Gewinnspielen und anderem mehr. Eine Psychotherapie ist angezeigt, wenn diese Störungen bereits zu einem diagnostizierbaren Krankheitsbild geführt haben. Eine Lebensberatung setzt früher an beziehungsweise bei weniger schweren Störungen, die im gemeinsamen Gespräch thematisiert und gelöst werden können.

Was sind die Ursachen meines Problems? Warum zeige ich immer wieder ein Verhalten, das meinen eigenen Moralvorstellungen widerspricht? Woher kommen diese plötzlichen Angstanfälle? Muss ich mir über meine zwanghaften Gedanken ernsthafte Sorgen machen? Wie komme ich mit der augenblicklichen familiären oder beruflichen Situation besser zurecht? Wie überwinde ich meine Schüchternheit und meine Selbstzweifel? So viele Fragen, so viele Ansätze zur Lösung. Den ersten Schritt gehen Sie, indem Sie sich für die Ihnen genehme Beratungsform entscheiden. Vielleicht möchten Sie zunächst einmal mit einem professionellen Berater abstecken, was eigentlich den Kern Ihres Problems ausmacht. Welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt. Vielleicht möchten Sie sich einfach nur aussprechen, um Klarheit zu gewinnen. In jedem Fall ist eine Psychotherapie ebenso möglich wie eine Lebensberatung am Telefon oder online. Wichtig ist, dass Sie sich und Ihre Symptome ernst nehmen. Warten Sie nicht, bis sich diese verfestigt haben. Aus leichten depressiven Verstimmungen können auf Dauer schwerwiegende Depressionen werden. Angstattacken, die ohne stimmigen Grund auftreten, verschwinden selten wieder von allein. Professionelle Hilfe durch eine Psychotherapie anzunehmen, ist keine Schande, sondern der erste Schritt, die Verantwortung für das eigene Leben zurückzugewinnen.

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