Psychologische Beratung

Je nach Lebenssituation und Problemlage ist eine Lebensberatung, eine psychologische Beratung oder eine Psychotherapie erforderlich. Die Grenzen sind dabei oft fließend. So wird eine Lebensberatung immer auch Elemente der psychologischen Beratung umfassen. In die psychologische Beratung können therapeutische Grundlagen eingebracht werden. Der Unterschied besteht im Wesentlichen in der Ausbildung des Beraters und der ihm damit gesetzlich erlaubten Therapieformen. Die psychologische Beratung erfolgt in erster Linie als Gesprächsberatung. Psychologe und Ratsuchender bemühen sich im Gespräch um die Abklärung und Eingrenzung der vorliegenden Störung. Anschließend werden gemeinsam Problemlösungsstrategien gesucht und ausgearbeitet. Der psychologische Berater steht zudem bei akuten Krisen als erster Ansprechpartner zur Verfügung. Eine telefonische oder Online-Beratung hat dabei den Vorteil, dass der Ratsuchende jederzeit und von jedem Ort aus die benötigte Hilfe in Anspruch nehmen kann.

Das Ziel der psychologischen Beratung besteht vor allem in der Hilfe zur Selbsthilfe. Gemeinsam mit dem Ratsuchenden sollen Lösungswege gefunden werden, die diesen unabhängig von einer dauernden Begleitung durch die psychologische Beratungsstelle machen. Dies kann präventiv oder als Intervention bei aktuellen Problemen, Lebenskrisen und dem Auftreten bestimmter psychischer Störungen erfolgen. Die psychologische Beratung ist damit durch eine große Flexibilität im Hinblick auf ihre Verfahren und ihr Beratungspotenzial gekennzeichnet. Beim Auftreten einer Angststörung, bei dem Versuch, einen Zwang oder ein Suchtverhalten zu vermeiden, bei Einsamkeit oder Liebeskummer kann rasch und unkompliziert das unterstützende Gespräch mit einem Berater gesucht werden. Bei Störungen, die aufgrund einer mangelhaften Selbstfindung oder Brüchen in der Biografie eintreten, können Wege und Ziele formuliert werden, wie diese aufzuarbeiten sind. Damit kann die psychologische Beratung auch präventiv für die Verhinderung zukünftiger Erkrankungen eingesetzt werden.

Der Gegenstand der Beratung wird vom Ratsuchenden selbst bestimmt. Prinzipiell können alle Lebenslagen und -situationen, die sich als problematisch erweisen, in der psychologischen Beratung aufgearbeitet werden. Für einige Inhalte bieten sich spezielle Formen an, etwa die Lebensberatung oder die Sexualberatung. Ehe- und Partnerschaftsprobleme, Erziehungsberatung, Rat bei Mobbing oder berufliches wie privates Coaching gehören ebenfalls zu den typischen Inhalten der psychologischen Beratung. Darüber hinaus geben die Berater Auskunft über spezielle Therapieformen und helfen bei der Wahl des geeigneten Verfahrens. Grundlegend ist dabei, mit dem Ratsuchenden gemeinsam zu klären, welche Störung oder welches Problem vorliegt und welche Beratungsformen zu einer zufriedenstellenden Lösung führen können.

Bei der telefonischen Beratung steht ebenso wie bei der ambulanten Beratung das persönliche Gespräch im Vordergrund. Je nach Bedarf des Anrufers kann die Beratung zunächst als persönliche Aussprache mit dem Schwerpunkt der Problemklärung geführt werden. Eine andere Möglichkeit besteht darin, einen lösungsorientierten Ansatz zu verfolgen. Hierbei stehen nicht die Ursachen des Problems im Vordergrund, sondern die Verhaltensänderung und die Festlegung konkreter Handlungsziele. Ähnlich verhält es sich bei der psychologischen Beratung online. Diese erfolgt in Form eines Chats, an dem ausschließlich Berater und Ratsuchender beteiligt sind. Beide Gesprächsformen unterliegen der gesetzlich vorgeschriebenen Schweigepflicht sowie absoluter Diskretion. Die Beratung online oder am Telefon hat für viele Betroffene zudem den Vorteil, dass sie weitgehend anonym erfolgt. Gerade bei Problemen, die mit Scham- oder Schuldgefühlen einhergehen, hat sich erwiesen, dass die Hemmschwelle professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, dadurch deutlich gesenkt werden kann.

Glossar

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